RATGEBER

So führst du ein Trainingstagebuch im Skirennsport

Was du vor und nach dem Training aufschreibst, in fünf Minuten am Tag, damit das Tagebuch zu einem klaren nächsten Schritt mit deinem Trainer führt.

Ein Trainingstagebuch ist keine Leistungsnote. Es ist eine kurze, ehrliche Aufzeichnung, wie eine Einheit gelaufen ist, damit du und dein Trainer Muster erkennt und vereinbart, was sich ändern soll. Eine systematische Übersichtsarbeit fand, dass die eigenen Angaben von Athleten Veränderungen der Trainingsbelastung beständiger widerspiegelten als viele gängige objektive Messgrößen (Saw, Main und Gastin, 2016).

In DOME5 sind die meisten Antworten ein Tipp auf einer 1–5-Skala, dazu drei kurze Antworten in deinen eigenen Worten: dein Fokus, was gut lief und dein nächster Schritt.

Vor dem Training: zwei Minuten

  • Energie und körperliches Befinden auf einer 1–5-Skala.
  • Schlaf: Stunden und Qualität. Zur Orientierung empfehlen Schlafexperten 9–12 Stunden für Kinder von 6 bis 12 Jahren und 8–10 Stunden für Jugendliche von 13 bis 18 Jahren (Paruthi et al., 2016).
  • Was und wann du zuletzt gegessen hast und wie sich dein Magen anfühlt.
  • Ein technischer Fokus für den Tag, in deinen eigenen Worten.

Nach dem Training: drei Minuten

  • Wie sich die Einheit insgesamt angefühlt hat, körperlich und mental.
  • Eine Sache, die gut lief — mit einem konkreten Beispiel aus einem Lauf.
  • Was du anpassen würdest und wie du auf einen Fehler reagiert hast.
  • Die Fehler, die du bei dir bemerkt hast — in DOME5 markierst du sie aus derselben Liste, die dein Trainer nutzt.
  • Ein nächster Schritt für die nächste Einheit.

Regeln, die das Tagebuch nützlich machen

  1. Am selben Tag schreiben, am besten immer zur gleichen Zeit.
  2. Eigene Worte verwenden und beschreiben, was du getan hast, nicht was für ein Mensch du bist.
  3. Messwerte leer lassen, wenn du sie nicht kennst; Gerätewerte nicht schätzen.
  4. Mit dem Trainer klären, über welche Einheit ihr beide schreibt.
  5. Die letzte Woche gemeinsam mit dem Trainer lesen, bevor ihr etwas Neues vereinbart.
Fiktives Beispiel · Nick M., U16, Riesenslalom-Training
Vorher
Energie 3/5, körperlich 4/5, 8¼ h geschlafen (Qualität 4/5). Fokus: früher Druck auf den Außenski.
Nachher
In den ersten Läufen verkrampft, später lockerer. Erfolg: Lauf 6, Außenski hielt durch den Rhythmuswechsel. Anpassen: eine Erinnerung vor dem Start. Nächster Schritt: ein Stichwort vor jedem Start.
Trainereintrag (gleicher Tag)
Übergänge in den letzten drei Läufen runder; Druck beim Rhythmuswechsel noch spät.
Vereinbart
Zwei Wochen lang ein technisches Stichwort vor jedem Start; Überprüfung am 30. September.

An Renntagen kommen die Renntag-Fragen dazu — siehe die Checkliste für den Renntag. Am Monatsende besprecht ihr das Tagebuch gemeinsam anhand eines Monatsberichts.

DOME5 hilft beim Aufzeichnen und Besprechen; es gibt keine medizinischen Ratschläge. Wenn etwas wehtut oder du dich unwohl fühlst, sag es deinem Trainer und geh zum Arzt.

Quellen

  1. Saw AE, Main LC, Gastin PB. Monitoring the athlete training response: subjective self-reported measures trump commonly used objective measures: a systematic review. Br J Sports Med. 2016;50(5):281–291.
  2. Paruthi S, et al. Recommended amount of sleep for pediatric populations: a consensus statement of the American Academy of Sleep Medicine. J Clin Sleep Med. 2016;12(6):785–786.

Weitere Ratgeber